Ich habe Winterdepression

Winterdepressionen – alles ist scheiße!

Winterblues – ich bleibe im Bett
Winterblues – ich bleibe im Bett

An manchen Morgen wache ich auf und habe überhaupt keine Lust aufzustehen. Besonders, wenn der Tag nichts Schönes verspricht oder das Wetter grau und nass ist, sinkt meine Laune in den Keller. Ich fühle mich antriebslos und habe auf nichts Lust. Jetzt, im Herbst, habe ich dieses Gefühl morgens häufiger. Ist das eine Depression? Ich weiß es nicht genau – also bleibe ich im Bett liegen und lese mal nach. Im Internet findet sich ja zu jeder Frage eine Antwort. Und ich weiß, wie ich mich dort zurecht finde. Immer dabei, mein Milchkaffee!

2-5 % der Bevölkerung sind depressiv

Bis zu 4 Millionen Deutsche, mehr Frauen als Männer, leiden im Herbst regelmäßig unter einer Winter-Depression – lese ich. Okay, ich scheine dazuzugehören! Wenn es andere auch trifft, ist es ja nicht ganz so schlimm, oder? Ich lese weiter: Diese Beeinträchtigungen der Lebenslust kann so schlimm werden, dass man ärztliche Hilfe benötigt. (Nee, so schlimm ist es noch nicht.) Menschen mit einer Winterdepression haben Heißhunger auf Süßes und ein hohes Schlafbedürfnis. Die Ursache dafür ist das mangelnde Licht. Es führt zu einer höheren Ausschüttung des Schlafhormon Melatonin, welches für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist.

Je mehr Winter, desto mehr Depression

Urlaub gegen den WinterbluesDie Winterdepression schleicht sich langsam heran, das merke ich am eigenen Leib. Mit den ersten dunklen Tagen Ende Oktober sinkt meine Laune und ich habe weniger Lust, an die frische Luft zu gehen. Dann kommt die Vorweihnachtszeit, die häufig geprägt ist von Hektik und Vorbereitungsstress. So richtig Zeit für Depression ist da nicht. Ist das Jahr vergangen, schlägt die Winterdepression im Januar erst richtig zu. Wenn sich die Kälte lange hinzieht, verstärkt sich meine schlechte Laune. Oweia, das kann ja noch lustig werden. Vielleicht buche ich einen Urlaub und umgehe die Winterdepression? Aber wohin? Und mit wem? Und wer bezahlt das? Schon bin ich wieder in einer negativen Gedankenspirale…

Warum fühle ich mich so schlecht?

Viel zu wenig Licht in der dunklen Jahreszeit
Viel zu wenig Licht in der dunklen Jahreszeit

Fachärzte meinen, dass der Neurotransmitter Serotonin an der Winterdepression beteiligt ist. Weil der Körper durch die Dunkelheit Serotonin in Melatonin umwandelt, sinkt der Serotoninspiegel. Das beeinflusst meine Stimmung und macht antriebslos, aber Lust auf Schokolade und Kuchen. Während ich so die Kohlenhydrate in mich hineinstopfe, wächst auch mein schlechtes Gewissen. Eigentlich wollte ich doch abnehmen, aber jetzt ist das Gegenteil der Fall. Die Fettpolster wachsen und meine Stimmung sinkt. Meine Gewichtszunahme macht mir zusätzlich wieder ein schlechtes Gewissen, das drückt auf die Stimmung. Der Teufelskreis der Winterdepression.

Maditas Tipps gegen die blöde Winterdepression

1. Herbstkur zur Blutreinigung

Löwenzahn, Ackerschachtelhalmkraut, Brennesselblätter, Birkenblätter, Hagebuttenfrüchte mischen und mit heißem Wasser übergießen. Circa 10 Minuten ziehen lassen und dann täglich bis zu drei Tassen über den Tag verteilt trinken. Oma sagt, der Tee reinigt das Blut, hilft beim Abnehmen und hilft gegen Pickel.

2. Johanniskrauttee wärmt die Seele

Für einen Johanniskrauttee übergieße ich zwei gehäufte Teelöffel Johanniskraut mit 0,25 l kaltem Wasser und bringen die Mischung auf dem Herd zum Sieden. Nach wenigen Minuten seihe ich die Flüssigkeit ab und trinke dann zwei bis drei Tassen täglich von dem Tee. Da sich die volle Wirkung von Johanniskraut erst nach zwei bis drei Wochen einstellt, beginne ich bereits im Oktober mit der Teekur.

3. Aromen und Duftstoffe

Wenn ich ganz mies drauf bin, mache ich eine Duftlampe an und lasse mir ein Bad ein. Natürlich mit meinen Lieblingsdüften. Lavendel steigert meine Laune, aber auch Bergamotte, Eisenkraut, Geranium, Neroli, Rosenholz, Patchouli, Palmerosa, Orange und Zitrone wirken gegen trübe Stimmung.

4. Bunte Farben überall

Bunte Bilder gegen Winterdepression
Madita Berg malt gegen den Winterblues

Wenn es draußen trist und trübe ist, umgebe ich mich mit bunten Farben. Ja, ich male leuchtende Sonnenbilder und trage gerne knallbunte Halstücher. Vielleicht probiere ich auch mal eine Fototapete, mir schwebt da ein sonniger Strandabschnitt vor. Mir hilft es wirklich, mich in meine Farben zu versenken und die regnerische Umgebung zu vergessen. Malen ist wie ein kleiner Urlaub in der Karibik, ganz ohne Jetlag oder Flugstress. Und auf meine Ernährung achte ich natürlich auch. Die winterliche Ernährung sollte vor allem reich an Eisen, Kalium und Magnesium sein.

Die Winterdepression ist keine echte Depression

Obwohl die Symptome der Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit einer Depression gleichen, wirkt sich die Winterdepression dennoch etwas anders aus. Anstatt unter Appetitlosigkeit zu leiden verlangt der Körper Kohlenhydrate. Ich wache schon morgens mit der Lust auf ein Nutella-Brot auf, und im Laufe des Tages ist kein Stück Kuchen und keine Tafel Schokolade von mir sicher. Ich kaufe schon viel weniger ein, der Kühlschrank bleibt leer und die Süßigkeiten Schublade auch. Trotzdem finde ich immer noch etwas zum Naschen. Einige alte Ostereier, Kekse aus dem Kaffee oder Honig direkt vom Löffel.

Schlafstörungen sind ganz normal

Winterblues
Schokolade – oft ein Lebensretter mit Folgen für die Figur

Weil ich im Winter wesentlich weniger nach draußen gehe (ich bin behäbig und träge geworden) und auch weniger Sonne abbekomme, fehlt mir frische Luft. Meine normalen Spaziergänge im Frühling und im Sommer führen dazu, dass ich abends die nötige Bettschwere habe. Jetzt, im Herbst und Winter, greife ich lieber zum Glas Wein und kuschle mich schon ab 17:00 Uhr aufs Sofa. Wenn es Zeit ist ins Bett zu gehen, hat mein Körper noch nichts geleistet. Ich wälze mich stundenlang und kann einfach nicht einschlafen. Spätestens nach Mitternacht kommen dann die trüben Gedanken dazu.

Was ich so denke, wenn ich wach im Bett liege:

  • Die sporadischen Schmerzen in der Brust sind bestimmt Krebs.
  • Ich werde immer älter und haben nicht das erreicht, was ich immer wollte.
  • Bestimmt wird der Vermieter demnächst die Miete erhöhen.
  • Ob ich beim Kauf des neuen Smartphones wirklich eine gute Entscheidung getroffen habe?
  • Der Schimmel in der Dusche ist bestimmt schlecht für meine Gesundheit.
  • Die Waschmaschine klingt so komisch, ob sie bald kaputt geht?
  • Online Banking ist nicht sicher, hoffentlich ist mein Konto nicht geräumt worden.
  • Ist mein Bett nicht voller Milben?
  • Das Grummeln im Bauch könnte eine Laktoseunverträglichkeit sein.
  • Ob Petra nicht anruft, weil sie sauer ist?
  • und, und, und…

Das Wetter bestimmt die Schwere der Depression

Winterblues
Hohe Luxzahl hilft beim Winterblues

Je länger es dunkel ist, desto stärker ist der Grad der Antriebslosigkeit. Wenn im Winter die Sonne scheint, geht es den meisten Menschen auch besser. Dabei kann der Wohnort mitentscheidend sein. In Bayern und Baden-Württemberg scheint die Sonne im Dezember und im Januar besonders viel, in Hamburg hingegen ist es lange dunkel. Menschen mit der Veranlagung zur Depression sollten versuchen, sich jeden Tag im Licht aufzuhalten. Auch eine Lichttherapie kann helfen. Eine Stunde Bewegung bei Tageslicht hilft den meisten Menschen, ihren Winterblues im Zaum zu halten. Und wenn ich dann kräftig durch den Wald marschierten, besser noch über das freie Feld, habe ich auch wieder ein gutes Gewissen meinem Körper gegenüber. Dann genehmige ich mir ein leckeres Stück Schokolade und fühle mich dabei nicht schlecht. Allerdings achte ich darauf, nicht gleich die ganze Packung leer zu futtern.

Mir hilft die Lichttherapie

Winterdepression
Nicht hängenlassen

Da ich ein bisschen faul bin, und besonders im Winter nicht so gerne an die frische Luft gehen, habe ich mich zusätzlich, für besonders faule Tage, für spezielle Lampen entschieden. Diese Lichttherapie arbeitet mit Lampen von 2500 bis 10.000 Lux. Natürlich sind die Lampen nicht ganz billig, eine gute kostet etwa 100 bis 200 €. Doch das ist mir egal, denn meine gute Laune ist wichtiger als der Hunderter im Portmonee.

Medikamente gegen den Winterblues lehne ich ab

Da ich in meinem Leben bereits einmal eine echte Depression hatte, kenne ich den Unterschied. Damals litt ich unter starker Übelkeit, konnte kaum etwas essen, war arbeitsunfähig und hatte starke Schlafstörungen. Ohne Medikamente war ich nicht lebenstüchtig. Der Winterblues wirkt sich anders aus, sodass ich denke, Medikamente sind nicht notwendig. Mit der Lichttherapie, guten Freunden und der Freude auf den nächsten Frühling lässt sich die dunkle Jahreszeit für mich gut überstehen.



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